Festliches Konzert Herzogenaurach


Fränkischer Tag

Herzogenaurach: Erhebendes Konzert in der evangelischen Kirche

Das festliche Konzert in der evangelischen Kirche war innerhalb kurzer Zeit ausverkauft. Bürgermeister German Hacker bezeichnete es in seiner Begrüßung als Highlight des Jahres.

von RICHARD SÄNGER

Der Herzogenauracher Bürgermeister German Hacker (SPD) würde sich liebend gerne einen „5. Advent“ wünschen. „Den könnten wir bei der Vielzahl der wunderbaren Konzerte in Herzogenaurach brauchen“, meinte das Stadtoberhaupt schmunzeln bei seiner Begrüßung zum „Festlichen Konzert“, in der vollbesetzten evangelischen Kirche. Nachdem das Konzert binnen kurzer Zeit ausverkauft war und die Evangelische Kirche der „größte Konzertsaal“ in der Stadt sei, bekam Hacker für die Bemerkung: „Die Stadthalle muss langsam angegangen werden“, stürmischen Beifall und er sagte zu, dass die Stadt dranbleiben werde und es halt noch ein bisschen Geduld brauche.

Das alljährliche festliche Konzert bezeichnete der Bürgermeister als „Highlight“ des Jahres, zu dem er eine ganze Reihe von Ehrengästen und vor allem die Eltern der jungen Mitwirkenden begrüßen konnte.

Moderator Gerald Fink

Und die begeisterten Besucher erlebten ein beeindruckendes und erhebendes Konzert der 140 Mitwirkenden, das ausschließlich von Herzogenauracher Chören, Ensembles, Musikern und Schülern gestaltet wurde. Moderiert wurde das Konzert von Gerald Fink, der gleich zu Beginn mit dem Jugendorchesters der Stadtjugendkapelle und „Follow him“ aus dem Film „Sister Act“ einen schwungvollen Auftakt ankündete – spätestens nach den ersten Takten summten die Besucher mit. Dass Musiker auch singen können, bewiesen die Jugendmusiker unter der Leitung von Andrea Kürten dann mit dem traditionellen Zululied „Siyahamba“ das die Einwohner im Zululand am Ende des Tages, wenn die Arbeit getan ist, häufig singen.

Zum ersten Mal dabei war die Herzogenauracher Grundschule mit der Arbeitsgemeinschaft Instrumentalspiel und Flöte unter der Leitung von Elke Hügel. „Es ist die Zeit von Hoffen, Wünschen und Sehnsucht. Die Kinder aller Welt stehen gerade in dieser Jahreszeit im Mittelpunkt, weil sie völlig unverblümt ihr Wünsche äußern“, kündete Fink die Klasse 2D an. Dass sie es auch tun, zeigten die Antworten des neugierigen Moderators, als er sich unter die Kinder mischte und nach ihren Weihnachtswünschen fragte. Ohne Lampenfieber und selbstbewusst sangen und musizierten die Grundschüler. „Da geht einem doch das Herz auf“, kommentierte Fink die Stücke „Macht die Türen auf“ und “ Gatatumba“ sowie „Alle fangt an“, denn die Lieder haben mit Sehnsucht und Warten sowie Leidenschaft zu tun. Die gelungenen und beschwingten Arrangements machte es den Besuchern schwer, die Zuckungen in den Händen zu unterdrücken. Und so gab es, trotz Finkss Bitte, erst am Ende zu klatschen, immer wieder Zwischenapplaus.

Von Anfang an bei den Konzerten dabei ist das Akkordeonorchester der Musikschule unter der Leitung von Roland Baumann und als Ergänzung Gabriele Haberberger (Querflöte) und Ulrike Nix (Harfe). Vor allem den Tango-Tänzern dürfte es bei „Milonga del ángel“ in den Beinen gezuckt haben, schließlich interpretiert es den argentinischen Tango mit aufflammender Leidenschaft und zarter Melancholie. Mit „Lied an den Mond“ machte das Orchester einen Ausflug in die Oper Rusalka, mit der Antonin Dvorák im Jahr 1900 der internationale Erfolg gelang.

Der Posaunenchor der Evangelischen-Lutherischen Kirchengemeinde, geleitet von Wilfried Schneider, bewies bei seinen Auftritten eine große Bandbreite.

So waren mit „Allemanda“ und „Hoffnung“ zwei Werke aus der Feder Antonio Vivaldi aus der Trilogie von „Glaube – Hoffnung – Liebe“ zu hören. Dabei kam insbesondere die Harmonie des Zusammenspiels der Bläser zum Tragen. Das nächste Stück: „Nun komm, der Heiden Heiland“, eine Fantasie mit Choral nach einem Choralsatz von J. S. Bach, ist eine ansonsten schlichte und ruhige Melodie, inmitten einer drängenden festlichen Ankunftsfanfare. Die Steigerung zum vielstimmigen Bläsersatz, der mit der Tuba den Choral in ein völlig neues Licht rückt, ließ die Zuhörer aufhorchen.

Auch schon immer dabei ist die Kantorei St. Magdalena, dieses Mal Toni Rotter mit der Chorjugend. „Ihr seid die Zukunft dieser Welt und es geht einem nahe, wenn Jugendliche derart diszipliniert singen“, sagte Fink mit Blick auf den Chor. So waren die stimmliche Homogenität und die Transparenz der jungen Sängerinnen und Sänger bei „Gloria Deo“ und „Wie lieblich sind die Boten“ sowie „Engel auf Feldern singen“, präzise, ausdrucksstark bis in kleinste Einzelheiten. Nach dem ersten Stück wechselte der junge Kulturpreisträger Ludwig Orel aus den Reihen der Sänger ans Klavier, um den Chor vortrefflich und dynamisch zu begleiten. Rotter ließ die Chorjugend mit gebotener dynamischer Dezenz, aber trotzdem mit Präzision agieren. Besser geht’s kaum und so wollte der Beifall am Schluss auch kein Ende nehmen.

Mit „Wir haben hier in der Kirche eine wunderbare Steinmeyer-Orgel, allerdings ist es die Orgel aus dem alten Gotteshaus und für die neue Kirche ein bisschen zu klein und wenn wir schon eine Orgelstadt sind, wäre eine Orgel in passender Größe wünschenswert“, winkte Gerald Fink mit dem „Zaunpfahl“ in Richtung des Bürgermeisters. Mit Tilmann Metzeroth an der Orgel und „Toccata und Fuge F-Dur“ zeigte ein weiterer hoffnungsvoller junger Musiker eine bravouröse Leistung mit einem hohen spieltechnischen Niveau. Von dem Klavierschüler von Christina Elster-Lauer und Orgelschüler bei Gerald Fink wird man sicher noch öfter hören.

Eigens gegründetes Ensemble

Extra für’s Konzert wurde das „Ensemble Saitenklänge“ der Musikschule von Musiklehrerin Julia Scheidel gegründet. Zusammen mit Uwe Freytag, Johannes Göller und Anita Stiersdörfer studierten die Kinder ein „Kleines Weihnachtskonzert“ ein. Die Nachwuchskünstler wussten durch ihr beachtliches Können zu begeistern und verzauberten die Zuhörer mit ihren Gitarrenklängen.

Schließlich durfte sich Gerald Fink selbst ankündigen und er ließ die Sängerinnen und Sänger von HerzoVokal im Liederkranz 1861 Aufstellung nehmen. Das Können des Chores zeigte sich in dem fein nuancierten und besinnlichen „Dextera Domini“ von Josef G. Rheinberger von Tilmann Metzeroth an der Orgel einfühlsam und souverän begleitet. Mit dem Schlusschor aus dem Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saens: „Tollite Hostias“, beendete HerzoVokal auch das Konzert.

Bürgermeister Hacker lud zum gemeinsamen Schlusslied „Tochter Zion, freue dich!“ ein und für alle Mitwirkenden gab’s nochmal reichlich Applaus.
„Schön war’s, und so festlich“, waren sich die Besucher einig und wohl auch ein wenig traurig, als das stimmungsvolle Konzert zu Ende war.

Kommunions Spielen

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2. Orchester Kommunion

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