Musik ist wie eine Droge

Das HerzoSound Orchester hat 2 wichtige Auftritte im Jahr. Im Winter ist es das Adventskonzert. Im Sommer ist der Auftritt auf dem Altstadtfest Herzogenaurach. Für beide Konzerte gibt es Jahr für Jahr ein neues Musikprogramm, was über Monate intensiv eingeübt wird.

Somit sei es hier erlaubt, als Nachlese zum Altstadtfest einen besonderen Bericht über das Konzert des HerzoSound Orchesters auf dem Altstadtfest zu präsentieren.

Es war der Altstadtfest-Samstag! Der Tag, an dem auch alle Nachwuchsorchester der Stadtjugendkapelle auf dem Herzogenauracher Marktplatz auftraten. Am Nachmittag war dann der Auftritt des HerzoSound Orchesters. Obwohl das Orchester an diesem Tag gar nicht vollständig war, wurde es auf der Bühne eng: die Rockband für den Abend, die Gremsrock, hatten bereits einen Teil der Bühne mit ihrem umfangreichen Equipment in Beschlag genommen. Aber die Musiker und Musikerinnen in ihren grünen Sweatshirts rückten zusammen – und es wurde ein tolles Konzert.

Der Schwerpunkt lag in diesem Sommer bei Latin Rock. Zu den Titeln wie „Soul Bossa Nova“, „Viva la Vida“, „Livin‘ la Vida Loca“ oder auch „Evil Ways“ kam dann noch der bekannte Samba „Brazil“. Dazu wurden bekannte Rock-Oldies gespielt, wie ein Medley aus Rolling-Stones-Songs, „Hey Jude“ von den Beatles und „Bohemian Rhapsody“ von Queen. Richtig Abwechselung brachten dann aus dem Fernsehen der 70er Jahre die „Muppet Show“, der „Zweite Walzer“ von Shostakovich, die Titelmelodie aus dem Film „Titanic“, „Summertime“ aus der Oper „Porgy and Bess“ von George Gershwin und dann noch alte Melodien aus dem Schlagerumfeld, „Capri Fischer“ und „Strangers in the Night“. Als Zugabe wurde dann noch „My Way“ von Frank Sinatra gebracht.

So kam es im Publikum – also vor der Bühne – an.

Doch wie ergeht es den Musikern auf der Bühne?

Ich kann es nur aus meiner Sicht beschreiben. Es gab ein paar Passagen in den Arrangements, die uns richtig herausgefordert haben. Üben, üben, üben war also angesagt! Aber es sollte beim Konzert dann ja auch klappen! Also steigt der Adrenalinspiegel bereits vor dem Auftritt. Im allgemeinen Sprachgebrauch nennt man das „Aufregung“. Wenn ich dann aber spiele, versinke ich in unserer Musik. Und ich liebe die Musik, die wir machen! In „Summertime“ oder in „My Way“ spiele ich nicht meine Noten, ich bin die Noten. Und die Noten gehen raus ins Publikum und hinauf in den Himmel. Das berauscht! Später – eine Stunde nach dem Konzert – war mein Kommentar: „ich bin noch immer betrunken von der Musik – und das ohne Alkohol.“ Daraufhin kam die Antwort: „Musik ist wie eine Droge!“

(Ralf Bartels)