Zur Geschichte des Vereins

Es ist der 13.März 1964. Für Fritz Bock erfüllt sich ein langgehegter Wunsch. Dem Aufruf des Kapellmeisters sind etwa 25 Schüler und Schülerinnen gefolgt, die in einem Jugendorchester mitwirken wollen. Im Hubmann Stüberl, dort, wo heute der Schalterraum der Raiffeisenkasse ist, trafen sich die Interessenten zum Vorgespräch. Dort wurde auch gleich die Einteilung der Blasinstrumente vorgenommen. Somit wurde das Orchester gegründet. Der erste Auftritt folgte schon bald am 8. September in Buch bei Weisendorf.

Im Dezember des gleichen Jahres wurde auf Wunsch der Jugendlichen zu einem Elternabend im Vereinshaus eingeladen, um alle Anwesenden von ihrem bisherigen Können zu überzeugen

Am 4. April 1965, ca. ein Jahr nach Start des Orchesters wurde im Gasthaus zum Steigerwald zur geheimen Wahl einberufen. Der „Verein“ Stadtjugendkapelle Herzogenaurach wurde gegründet.

In den Anfangsjahren wurden bereits viele Ferien- und Konzertreisen veranstaltet. Die Zahl der aktiven Mitglieder stieg bis 1971 auf über 100.

1973 wurde zu einem weiteren wichtigen Jahr innerhalb der Kapelle: Die Begeisterung der Eltern und das gute Echo der Bevölkerung trugen zur guten Entwicklung der Stadtjugendkapelle bei, die Fritz Bock nach fünf Jahren auch als Trachtenkapelle vorstellte, aus der sich im Laufe der Jahre die „Goldene 17“ als Stimmungs- und Schaukapelle heraus kristallisierte. Diese war unter seiner Leitung vor allem bei Volksfesten sehr gefragt.

Durch diese Entwicklung litt die Ausbildung der Stadtjugendkapelle erheblich. In den Jahren 1972/1973 ging es musikalisch abwärts, das Niveau ließ zu wünschen übrig. Nach angeregten Diskussionen brachten die Neuwahlen im Januar wesentliche Veränderungen in der Vereinsführung. Die neu gewählte Vorstandschaft musste unterstützt vom Bürgermeister der Stadt, Hans Ort, eine schwierige Zeit meistern und Veränderungen durchsetzen. Die Satzung wurde geändert, der Bürgermeister bekam automatisch Stimmrecht in der Stadtjugendkapelle und jeder Bürger der Stadt konnte jetzt Mitglied werden, auch wenn er keinen Jugendlichen zur Ausbildung im Orchester hatte.

Fritz Bock trennte sich aufgrund der Veränderungen von der Stadtjugendkapelle und gründete in Münchaurach eine Jugendkapelle. Mit ihm verließen 65 junge und 30 erwachsene Musiker die Stadtjugendkapelle.

Anfang 1974 verpflichtet die Stadtjugendkapelle Fritz Mensching, bisher Arrangeur beim Studio Nürnberg des Bayerischen Rundfunks, als neuen musikalischen Leiter. „Der Bestand und die weitere Existenz der Stadtjugendkapelle sind gesichert“ so der damalige Bürgermeister Hans Ort.

Unter der Stabführung von Fritz Mensching wurden neue Impulse, vor allem im Bereich der konzertanten Blasmusik gesetzt. Damit wurde ein neuer Ausbildungsstil angestrebt, der auch von weiten Teilen der Bevölkerung gewünscht wurde.

Der Wiederaufbau der Kapelle macht rasche Fortschritte, innerhalb weniger Monate konnten viele Jugendliche neu gewonnen werden. Durch regelmäßige Proben werden unter einer verantwortungsbewussten Vorstandschaft Auftritte und Konzerte zu einer Selbstverständlichkeit.

1984 wurden unter der Leitung von Präsident Hans Wormser die alten Uniformen ausrangiert und die Stadtjugendkapelle bekam ihre jetzigen Uniformen, mit neuen Hosen, Westen und Jacken.

1997 übergab Fritz Mensching den Taktstock an seinen Nachfolger Norbert Engelmann. Nach der Übernahme der musikalischen Leitung 1997 zeigte Norbert Engelmann klar, dass er das hohe Niveau seines Vorgängers halten konnte. Im Laufe der Zeit setzte er viele Akzente mit eigenen Arrangements. Mit der Gründung der Seniorband ist er mitverantwortlich für die ergänzende Ausrichtung in der Erwachsenen – Ausbildung.

Bis 2002 wurde zuletzt in den Räumen der Kellergasse geprobt. Diese wurden aber aufgrund der immer steigenden Ausbildungszahlen dann doch langsam zu eng. Der Neubau eines Vereinsheimes wurde in Angriff genommen. Als neuer Standort wurde das Gelände der ehemaligen Kläranlage festgelegt. Im Juli erfolgte der Spatenstich für den Bau des dringend benötigten Vereinsheims. 224 Freunde der Stadtjugendkapelle halfen mit. Das war Weltrekord. Nach 2200 freiwilligen Arbeitsstunden fand das Richtfest unter der Führung von Präsident Bernhard Schwab statt.