Fluegelhorn für die Stadtjugendkapelle


Fränkischer Tag

Der Peppi verschenkt sein Horn

27.11.2011 Ort: Herzogenaurach Von: Richard Sänger
Freundschaft Josef Pertl ist Herzogenaurach sehr verbunden. Er gilt als „Vater der Städtepartnerschaft“ mit Wolfsberg. Nun kam er mit einem besonderen Geschenk im Gepäck.

Es war ihm eine Herzensangelegenheit,dem nahezu 85-jährigen Josef Pertl – besser bekannt als Peppi – endlich das zu erledigen, was er sich schon lange vorgenommen hatte. „Ich wollte das noch zu Ende bringen, bevor ich abtrete – und mein Horn verschenken“, erklärte Pertl mit dem ihm eigenen Schmunzeln im Probeheim der Stadtjugendkapelle an der Eichelmühlgasse. Der heftige Widerspruch auf diesen Satz durch den ehemaligen Präsidenten der Stadtjugendkapelle Herzogenaurach Bernhard Schwab war ihm sicher. „Abtreten ist noch lange nicht!“

Der Peppi ist vielen Herzogenaurachern ebenso bekannt, wie den Freunden aus der Partnerstadt Wolfsberg in Kärnten. Er ist schließlich nicht „Irgendwer“. Der Peppi ist der „Vater der Städtepartnerschaft“ zwischen Herzogenaurach und Wolfsberg. Über viele Jahrzehnte war Pertl in der Wolfsberger Stadtverwaltung die rechte Hand der Bürgermeister („die über ihm dienten“) und über 45 Jahre einer der Organisatoren der Stadtkapelle Wolfsberg. Die Musik sei auch letztlich der immer wieder kehrende Moment, der Herzogenauracher und Wolfsberger zusammenführt. Genau von diesen Momenten der vergangenen Jahre erzählte Peppi im Probeheim.

So habe er alle schätzen gelernt, von Fritz Bock, Franz Krumm, über Fritz Mensching, Hans Wormser und Bernhard Schwab, bis zum heutigen Präsidium der Stadtjugendkapelle. „Musik schafft Freundschaften – und wir sind Freunde geworden, die Freundschaft mit euch hat mir viel gegeben“, sagte Pertl. So berührt ihn die Ehrenmitgliedschaft der Stadtjugendkapelle noch heute, die ihm 1984 verliehen wurde. In all den Jahren ist die Verbindung zu ihm und nach Wolfsberg nie abgerissen. „Es freut mich, dass man nicht vergessen wird“, meinte der Peppi etwas bescheiden.

Bei allen Besuchen der Stadtjugendkapelle in Wolfsberg, kümmerte sich Pertl um die Herzogenauracher, organisierte Ausflüge und Veranstaltungen, kümmerte sich um Unterkunft und Verpflegung. „Uns hat es nie an was gefehlt, du warst Tag und Nacht für uns da, das waren immer wunderschöne Tage bei euch und mit dir“, dankte Schwab dem Freund aus Wolfsberg.

Und dann kam noch die Überraschung, das was er noch zu Ende bringen wollte. Denn Josef Pertl war ein leidenschaftlicher Flügelhornspieler. Er musizierte noch bis vor zwei Jahren, bis er aus gesundheitlichen Gründen etwas langsamer treten musste. Da fasste er den Entschluss, sowohl seiner Heimatkapelle, aber auch der Stadtjugendkapelle Herzogenaurach etwas zu übergeben, was ihn viele Jahre seines Lebens begleitete und an dem seine Leidenschaft hing – seine beiden Flügelhörner.

Der Präsident der Stadtjugendkapelle Matthias Müllhäußer war sichtlich ergriffen, als ihm Josef Pertl ein wertvolles Ganter Flügelhorn aus Goldmessing, von einem der ehemals besten Instrumentenbauer Deutschlands, übergab. „Dieses Instrument werden nur die Besten im Orchester spielen“, versprach Mühlhäußer. Eigentlich war es nicht nur ein Zufall, dass sich eine Delegation aus Wolfsberg in Herzogenaurach aufhielt. Anlässlich des 70. des Ehrenkreisbrandrates Karl-Heinz Schalk, der seit Jahren intensive Verbindungen nach Wolfsberg pflegt, kamen die Wolfsberger Freunde zur Feier ins Frankenland. „Der Robert Schmid ist nach Herzogenaurach gefahren und da habe ich mich halt angeschlossen“, schmunzelte Peppi wieder mit dem ihm eigenen Lächeln und ließ aus dem Flügelhorn weiche Töne erklingen.

 

Nordbayrische Nachrichten

Gabe aus Wolfsberg

Josef Pertl vermacht Stadtjugendkapelle Flügelhorn – 28.11. 14:00 Uhr

HERZOGENAURACH  – Mit einer noblen Geste hat Josef Pertl das freundschaftliche Band zwischen Wolfsberg und Herzogenaurach verstärkt.

Über 45 Jahre lang hat der von seinen Freunden in beiden Städten auch „Pepperl“ Genannte sich in der Stadtkapelle Wolfsberg engagiert und war bis noch bis vor kurzem treibendes Element in einem Bläserquartett und in einem Quintett. Weil er sich auch schon früh um die Stadtjugendkapelle verdient machte, ist er hier seit 1985 Ehrenmitglied.

Doch mehrere Krankheiten haben den 84-jährigen österreichischen Oberamtsrat dazu bewogen, seine Laufbahn als aktiver Bläser einzustellen und seine beiden Instrumente zu verschenken. Ein Flügelhorn vermachte er der Stadtkapelle Wolfsberg, das zweite überreichte er am vergangenen Samstag der Stadtjugendkapelle.

Zusammen mit Robert Schmid von der Stadtverwaltung Wolfsberg reiste er dazu nach Herzogenaurach. Bei dem Flügelhorn — das Trompeten ähnliche Instrument ist übrigens eine weniger bekannte Entwicklung des Saxofon-Erfinders Adolphe Sax — handelt es sich um ein sehr gut erhaltenes Instrument der Münchener Firma Ganter, die heute nicht mehr existiert. Diese Instrumente werden wegen ihres weichen Klanges sehr geschätzt. Auf Wunsch der Anwesenden gab Josef Pertl eine Kostprobe.

Bei der Übergabe des wertvollen Instrumentes an den Vereinspräsidenten Matthias Mühlhäußer erwähnte Pertl so manche Begebenheit, die die tiefe Verbundenheit der beiden Musikvereine, beziehungsweise der beiden Städte, verdeutlichen. Bernhard Schwab, über den dieser aktuelle Besuch zustande kam, erzählte, dass die Stadtjugendkapelle schon fünfzehnmal in Wolfsberg zu Gast war.

Dies griff Mühlhäußer auf: Gerne will er diese Tradition fortsetzen. Dankbar nahm er das Geschenk für die Stadtjugendkapelle entgegen und versicherte, dass das schöne Instrument von einer guten Musikerin oder einem guten Musiker gespielt werde.

Urlaub Wolfsberg

Urlaubswoche der Stadtjugendkapelle in der Partnerstadt Wolfsberg

Vom 23. – 29. August verbrachten rund 60 Mitglieder der Stadtjugendkapelle, davon viele Jugendliche, eine Urlaubswoche in der Partnerstadt Wolfsberg. Die Instrumente blieben zu Hause, und alle Teilnehmer genossen eine echte Freizeitwoche. Robert Schmidt von der Stadtverwaltung Wolfsberg erwartete die Feriengäste mit einem vielseitigen Programm:

Das Wolfsberger Freibad lockte bei schönem Wetter, Ausflüge in die Miniaturwelt „Minimundus“ nach Klagenfurt sowie an den Wörthersee führten in die Umgebung Wolfbergs, und auch eine Wanderung auf die Saualpe durfte nicht fehlen.

Gokart- und Sommerrodelbahn-Fahrten wurden von der Stadt Wolfsberg gesponsert und stießen bei jung und alt auf sichtliche Begeisterung.

Wie schon andere Herzogenauracher Delegationen fanden auch unsere Urlauber beste Unterkünfte und Verpflegung im Gasthof „Stoff“ vor, wo man sich im hauseigenen Schwimmbad entspannen konnte. Bei aller Aktionsvielfalt genossen die Jugendlichen auch gerne und ausgiebig das gemütliche Beisammensein, wie es solch eine Freizeit abseits des Probenalltags ermöglicht und das Miteinander im Verein festigt. Zum Abschied aus dem Gasthof nahmen die Jungmusiker noch ein dickes Lob für ihr gutes Benehmen mit nach Hause.

Empfang der Gäste aus Wolfsberg


Nordbayrische Nachrichten

Wolfsberger Delegation zum Jubiläumsfest empfangen

Feierlaune: Rund 50 Gäste aus Österreich begehen in Herzogenaurach das 40-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft

HERZOGENAURACH (nf) – Mit einem Sektempfang im Rathaus hat die Stadt rund 50 Gäste aus dem österreichischen Wolfsberg begrüßt, die zur Feier des 40-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft an diesem Wochenende eingetroffen sind.

Besonders freute sich Bürgermeister Hans Lang darüber, dass man mit den Wolfsbergern seit längerem einmal wieder im größeren Kreise feiern könne. Und, dass man mit Josef Pertl sogar einen der «Väter der Freundschaft« hier begrüßen könne. Auch der Vize-Bürgermeister Heimo Toefferl und der frühere Wolfsberger Bürgermeister Franz Arnold waren in der 50-köpfigen Delegation dabei.

Der aktuelle Stadtchef Gerhard Seifried schaffte es hingegen erst zum offiziellen Festabend im Vereinshaus. Dort wurden dann auch die offiziellen Reden gehalten, auf die man beim nachmittäglichen Empfang verzichtete. Der Abend wurde musikalisch vom Thomas Fink-Quintett begleitet.

Heute steht eine Fahrt nach Bamberg an, wo die Delegation im Rathaus begrüßt wird – eine Erinnerung an frühere Zeiten, als Wolfsberg und Herzogenaurach Besitzungen des Bistums Bamberg waren. Am Abend wird dann ein Chor aus 70 Herzogenaurachern gemeinsam mit acht Sängern aus Wolfsberg die «Wolfsberger Messe« von Gerald Fink zum Besten geben.
Beginn ist um 18.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Magdalena.

Urlaub in Wolfsberg