Musiker in Aufbruchstimmung

Nach einem Jahr mit einigen Vakanzen ist das Präsidium der Stadtjugendkapelle Herzogenaurach wieder vollständig. Wolfgang Niewelt steht jetzt an der Spitze der rund 800 Mitglieder und will die Verwaltung des Vereins optimieren
Neuer Präsident - Wolfgang Nievelt
Wolfgang Niewelt hat viele Ideen für die Stadtjugendkapelle. – Foto: Richard Sänger

Herzogenaurach — Ein Führungs und Generationenwechsel wurde beim Präsidium der Stadtjugendkapelle Herzogenaurach vollzogen und Aufbruchstimmung ging von der Hauptversammlung im Vereinsheim am Freitagabend aus.
Nachdem im Frühjahr 2017 das Präsidium nicht vollständig besetzt werden konnte, musste in diesem Jahr neu gewählt werden. Der bisherige Vizepräsident Wolfgang Niewelt wurde zum Präsidenten gewählt und mit Tobias Komann und Stefan Wolf wurden auch zwei neue Stellvertreter bestimmt. Zudem wurde ein Grundsatzbeschluss gefasst, der dem Präsidium ermöglicht, bei Bedarf zur Erledigung der laufenden und umfangreichen Verwaltungsaufgaben insbesondere im kaufmännischen Bereich eine vor der Stadt geförderte Halbtagskraft anzustellen. Allerdings sei das Präsidium bemüht, eine solche Stelle zu vermeiden. Beiträge um zehn Euro erhöht Da seit mehr als 15 Jahren die Mitgliedsbeiträge nicht mehr angepasst wurden, setzte das Präsidium eine Erhöhung des Jahresbeitrages um fünf auf 35 Euro auf die Tagesordnung, die nach kurzer Diskussion auch mehrheitlich beschlossen wurde. Ein weitergehender Antrag von Christian Kaltenhäußer lautete dann, den Jahresbeitrag auf 40 Euro festzusetzen. Der Vorschlag wurde diskutiert und dann mit 35 gegen 19 Stimmen sowie sieben Enthaltungen angenommen. Dass eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrages angebracht wäre, verdeutlichte auch die bisherige Schatzmeisterin Jutta Reuss. So konnte das Minus von 20 000 Euro im Jahr 2016 im vergangenen Jahr nur durch eine Zuführung vom ideellen Bereich in den Zweckbetrieb ausgeglichen werden. Aufgrund der guten Einnahmen bei Altstadtund Mittelalterfest 2017 habe die Kapelle sogar einen Überschuss verbucht. „Das war nur dank des hervorragenden Wetters möglich, aber wir hatten bei den Festen auch schon schlechtes Wetter“, warb Jutta Reuss für die Beitragserhöhung. Vorausgegangen war die Bilanz eines ereignisreichen Jahres mit über 42 Auftritten der Orchester, Veranstaltungen zur Nachwuchsgewinnung und einer Ausweitung des Ausbildungsangebotes sowie dem Problem, ausreichend Helfer zu finden. Deshalb bedauerte Niewelt etwas, dass sich bei der Mitgliederversammlung nur wenige Mitglieder einfanden, die ein Kind in der Ausbildung haben. Wie Niewelt erläuterte, sei vor allem die musikalische Früherziehung mit derzeit 70 Kindern immer noch der Renner, außerdem wurde die „HerzoPhonicsBigband“ in die Stadtjugendkapelle aufgenommen und eine Percussions-Gruppe gegründet. Um die insgesamt 361 Musiker in den Orchestern sowie der musikalischen Früherziehung und 17 Lehrkräfte zu verwalten und zu betreuen, brauche es viel ehrenamtliches Engagement. Bürgermeister und Wahlleiter German Hacker (SPD) verglich die Stadtjugendkapelle deshalb auch mit einem mittelständischen Unternehmen, unterstützte deshalb den Wunsch nach einer neuen Struktur und warb für den genannten Grundsatzbeschluss. Denn neben Ausund Weiterbildung der Aktiven müssten auch die insgesamt 800 Mitglieder, davon 43 Prozent mit einem Instrument, verwaltet werden. Deshalb stellte der musikalische Leiter Norbert Engelmann auch die Frage, ob die Stadtjugendkapelle in dieser Größe überhaupt noch ehrenamtlich geführt werden könne. Der zur Hauptversammlung eingebrachte Antrag, das Präsidium um Beisitzer zu erweitern, fand allerdings keine Mehrheit. Wie der neu gewählte Präsident und die ehemalige Kassiererin erklärten, werden zu den erweiterten Sitzungen bereits die Vertreter sämtlicher Orchester eingeladen und es finden sich auch immer wieder Mitglieder, die sich bei den unterschiedlichen Vereinstätigkeiten freiwillig engagieren. Etwas zurücklehnen kann sich jetzt der bisherige Vizepräsiden Peter Persin, der sich über 25 Jahre im Präsidium engagierte und seinen Rückzug ankündigte. Ihm und der langjährigen Zeugwartin Ute Maier dankte Niewelt ebenso wie Jutta Reuss, Heike Haßler und dem ehemaligen Präsidenten Werner Meschede mit einem Geschenk. Abschließend appellierte der Präsident an die Mitglieder, sich bei Veranstaltungen und den Festen mehr zu engagieren und Arbeitsstunden abzuleisten. Niewelt möchte Arbeitsgruppen bilden, für die sich jeweils ein verantwortlicher Koordinator bereiterklärt, für einzelne Tätigkeiten im und um das Vereinsheim Verantwortung zu übernehmen. Der nächste musikalische Termin ist am 3. März der Zapfenstreich auf dem Markplatz anlässlich des 150-jährigen Bestehen der freiwilligen Feuerwehr

Dringend gesucht: ein Präsident


Herzogenaurach — Der bisherige Präsident der Stadtjugendkapelle Herzogenaurach Werner Meschede macht nicht weiter: Bei der Jahreshauptversammlung des Orchesters kandidierte er nicht mehr für den Vorsitz. Auch die Posten einer Zweiten Schatzmeisterin oder Schatzmeister sowie eines Pressewarts konnten nicht besetzt werden. Trotz aller Appelle des Bürgermeisters und Wahlleiters German Hacker blieben die genannten Positionen unbesetzt. Das jetzt verkleinerte Präsidium muss laut Satzung die Tätigkeiten der unbesetzten Posten bis zur nächsten Hauptversammlung mit übernehmen. Der Bürgermeister und die Mitglieder waren sich einig darüber, sollten weitere Gespräche mit Mitgliedern zum Erfolg führen, wird zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen, um das Präsidium zu vervollständigen. Bürgermeister German Hacker verhehlte nicht, dass es zunehmend immer schwieriger werde, ehrenamtliche Vereinsvorstände zu finden. Das hänge zum Teil auch mit dem Wandel der Gesellschaft zusammen, aber auch mit der beruflichen Tätigkeit sowie dem demografischen Wandel. Präsident Werner Meschede und der musikalische Leiter Norbert Engelmann berichtete von erfolgreichen Konzerten – verschwiegen aber auch nicht, dass viel Arbeit hinter den Kulissen stattgefunden habe. 1:0 für die Hausaufgaben Engelmann erklärte, er erhoffe sich weiteren Schwung aus der Kooperation mit der Bläserklasse aus der Carl-Platz-Schule und der Rückkehr zum G9: Denn gerade die Vorbereitung der Konzerte und die dazugehörigen Probentage waren für Gymnasiasten angesichts des Lernstresses ein Problem: „Da müssen die Musiker Prioritäten setzen und dann sind eben auch mal wichtige Proben die Verlierer“, berichtete Engelmann. „Aufgrund der vielfältigen Aufgaben des Vereins sollte man auch vielleicht überlegen, ob eine Halbtagskraft beschäftigt werden könnte“, schlug der Bürgermeister vor und empfahl mit der Ehrenamtskoordinatorin Katja Heil Kontakt aufzunehmen. Das allerdings gebe die Kasse nicht her, bremste Schatzmeisterin Jutta Reuss. Und in der ausführlichen Diskussion wurde eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge ebenso angesprochen wie eine Anhebung der Ausbildungsgebühren, worüberin der nächsten Mitgliederversammlung diskutiert werden soll. 758 Mitglieder kamen nicht Leider kamen nur 42 der mehr als 800 Mitglieder zur Jahreshauptversammlung, „da sind immer nur die gleichen Gesichter da, genauso wenn es um die Arbeit bei Veranstaltungen geht“, kommentierte ein Mitglied den Besuch. So glänzten die Eltern der vielen jungen Musikerinnen und Musiker bei der Jahresversammlung durch Abwesenheit, „ich sehe hier überwiegend nur alteingesessene Herzogenauracher und Mitglieder im gesetzten Alter, die keine Kinder mehr in der Ausbildung haben“, klagte ein langjähriges Mitglied. Dabei ist die Stadtjugendkapelle mit ihren sechs Orchestern und der „Herzophonics Bigband“ sehr gut aufgestellt und bietet ein sehr breites Ausbildungsangebot. Das beginnt mit der musikalischen Früherziehung mit derzeit über 80 Kindern, „ein absoluter Renner“, kommentierte Meschede in seinem Bericht das Interesse an der musikalischen Früherziehung. Vorstand kennt viele Ausreden Zu den rund 200 Kindern sowie jungen Musikerinnen und Musikern gehören üblicherweise aber auch Mütter und Väter. „Die Leute bringen die Kinder und holen sie wieder ab und lassen sich sonst nicht sehen“, klagte das Präsidium. „Wir werden auch immer älter und spüren diese Tage in den Knochen“, erklärte Persin, der bei der nächsten Wahl nicht mehr kandidieren will, wenn keine grundlegende Änderung eintritt. Wenn Eltern um Mithilfe gebeten würden, höre die Vereinsführung die wundersamsten Ausreden: „Ich kenne inzwischen alle Urlaubspläne, Familienfeste und Wochenendfahrten der meisten Eltern“, erzählte Werner Meschede. Dabei ist gerade das Altstadtfest, neben dem Mittelalterfest, eine der wichtigsten Einnahmequellen des Vereins, wie Schatzmeisterin Jutta Reuss in ihrem Kassenbericht hervorhob. Dass eine Lösung gefunden werden muss, darüber waren sich die anwesenden Mitglieder einig. So soll das Präsidium bis zur nächsten Jahresversammlung einen Vorschlag unterbreiten, wie die Vereinsführung auf mehrere Schultern verteilt werden könne. Trotz allem kündete Wolfgang Niewelt die Auftritte für 2016 an, so am 7. Mai 2017 um 18 Uhr das große Frühjahrskonzert in der Heirich-Lades-Halle, das im kommenden Jahr in Herzogenaurach stattfinden wird. Besonders wiesen Engelmann und Niewelt auf das Open-Air am 18. Juli hin.

Text: RICHARD SÄNGER

Weihnachtsfeier 2016

Plakat Weihnachtsfeier

Open Air Konzert 19. Juli

Perfektes Wetter für Open-Air

Stadtjugenkapelle Herzogenaurach veranstaltete am Dienstagabend alljähliches Konzert auf dem Vereinsgelände

Bei den letzten Proben am späten Nachmittag stand die Sonne noch hoch und die Musiker hatten ganz schön zu schwitzen. Auch die ersten Gäste suchten sich noch schattige Plätze bei 29° Celsius und besten Open-Air Voraussetzungen. Gegen 19.30 Uhr zu Beginn des Konzertes, das durch das Jugendorchester eröffnet wurde, hatte sich aber fast überall ein angenehmer Schatten auf der Wiese der SJK ausgebreitet und zusammen mit der warmen Sommerluft perfekte Bedinungen für einen tollen Konzertabend geschaffen, den viele Zuhörer zum Picknicken nutzten. Das Jugendorchester, welches dieses Jahr ausnahmsweise unter der Leitung von Norbert Engelmann, dem musikalischen Leiter des Vereins, stand, lud das Publikum mit unterschiedlichsten Stücken zum Entspannen ein. Die jungen Musiker bedienten unterschiedlichste Genre von modernem Pop über sinfonische Blasmusik bis hin zu traditionelleren Stücken. Nach einer kurzen Pause war dann die Bläserphilharmonie zu hören. Dieses Jahr unter Dirigat von Andres Kürten, die mit Norbert Engelmann für dieses Konzert Rollen getauscht hatte . So wurde es für beide Dirigenten nach einem anstrengenden Jahr zum Schluss nochmal richtig spannend und keine Sommermüdigkeit konnte auftreten, wie die Orchesterleiterin dem Publikum erklärte.
Doch das Ergebnis der Orchester zeigte, dass beide Dirigenten ihr Handwerk gut verstehen, denn auch das erste Orchester überzeugte mit einem abwechslungsreichen Programm. Dabei wurden es auch ein wenig selbstironisch. Oft sei man als Blasorchester mit dem Klischee der biertrinkenden Polkaspieler konfrontiert. Dass das bei der SJK anders ist, konnte man bei mehreren herausragenden Blasmusikstücken hören, doch wie es klingen könnte, wenn manch anderes Orchester nach vier Stunden Bierzelt und ein paar Maß spielt, vertonte Thomas Doss unterhaltsam komödiantisch in einer Scherzpolka. So wurden am Ende des Konzertes Zugaben-Rufe laut und der Wunsch durch zwei Stücke erfüllt. Damit konnte das Konzertschuljahr der SJK erfolgreich beendet werden.

Weihnachtsfeier


Fränkischer Tag

Jungmusikerausbildung an erster Stelle

Herzogenaurach — Bei der Weihnachtsfeier der Stadtjugendkapelle im Vereinshaus stimmte Clemens Vykydal mit seinem Schülerorchester die Gäste mit mehreren Musikstücken auf die Weihn…

Herzogenaurach — Bei der Weihnachtsfeier der Stadtjugendkapelle im Vereinshaus stimmte Clemens Vykydal mit seinem Schülerorchester die Gäste mit mehreren Musikstücken auf die Weihnachtszeit ein. Präsident Werner Meschede ließ das vergangene Jahr Revue passieren. Neben den üblichen Konzerten, Auftritten und Festbewirtungen hatte der Musikverein eine Reihe zusätzlicher Veranstaltungen zu stemmen, die allesamt gut verliefen, wie den Festkommers, ein Abschlusskonzert aus einer Probewoche des Mittelfränkischen Auswahlorchesters sowie Wertungsspiele.

Die Seniorband unterstützt

Gemäß dem Vereinsnamen und der Satzung liegt der Schwerpunkt auf dem Musizieren durch Jugendliche und auf deren Ausbildung, doch erwähnte Meschede, dass daneben auch die Ehemaligen ihren festen Platz im Verein haben, diesen immer wieder unterstützen und heuer ihr 30. Jubiläum feierten. In gleicher Weise habe sich die Seniorband in den rund fünf Jahren ihres Bestehens sehr gut entwickelt und übernimmt zum Beispiel am 20. Dezember gleich zwei Auftritte der Bläserphilharmonie, da diese an jenem Tag das zweite Konzert des Cantoriums „Adveniamus“ in Erlangen aufführt.

Orchester dankt dem Vorstand

Das Publikum durfte sich nach den Grußworten an einem anspruchsvollen Bläseroktett, vorgetragen von acht Jungmusikern des Ersten Orchesters unter Leitung von Norbert Engelmann, erfreuen, das Meschede augenzwinkernd als „Achter mit Steuermann“ ankündigte. Vizepräsident Peter Persin übernahm es wieder mit Freude, den Kindern und Jugendlichen Leistungsabzeichen zu überreichen, die sich erfolgreich Prüfungen unterzogen hatten (siehe Infobox).
Schließlich gab es für die Jungmusiker die ersehnte Bescherung, und auch das Erste Orchester bedankte sich beim Vorstand wieder mit einem originellen Geschenk, untermalt mit Trommelwirbel und Trompetenfanfaren.
Werner Meschede gab allen Gästen neben guten Wünschen für die Adventszeit noch die Bitte mit auf den Weg, für die Stadtjugendkapelle aktiv zu werben, damit sie auch in den kommenden Jahren ihrem Namen gerecht bleibe.
Wolfgang Niewelt

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