Erfolgreiche musikalische Kooperation


Nordbayrische Nachrichten

Jungmusiker proben „Musik rund um den Globus“

Die jungen Musiker des Schülerorchesters der Stadtjugendkapelle (SJK) Herzogenaurach (Dirigent: Clemens Vykydal) und der Bläserklasse der Realschule am Europakanal in Erlangen (Dirigent: Franz-Josef Bickel) vereinigten sich am vergangenen Samstag bei einem Probentag zu einem 52-köpfigen Klangkörper. Nachdem in den letzten Monaten jedes Ensemble in Eigenregie die Konzertwerke eingeübt hatte, traf man sich nun in den Proberäumen der Stadtjugendkapelle. Die Realschule am Europakanal und die Stadtjugendkapelle kooperieren nun schon im zweiten Schuljahr und stellen das
Ergebnis als ersten Programmpunkt beim diesjährigen Frühjahrskonzert der Stadtjugendkapelle am 11. Mai um 18 Uhr in der Heinrich-Lades-Halle in Erlangen vor. Am Vormittag wurde das Konzertprogramm, das heuer unter dem Motto „Musik rund um den Globus“ steht, zunächst in Registerproben mit den Fachdozenten der SJK vertieft, nach dem Mittagessen fand sich das Orchester zu einer Tuttiprobe mit den beiden Dirigenten ein. Auch das Jugendorchester und die Bläserphilharmonie stecken in den Konzertvorbereitungen.

Foto: Niewelt

Erste Orchesterproben der Junior und Seniorband


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Musik ist Gemeinschaft

Neue «Seniorenband« gibt ihre ersten Töne von sich

Eigentlich ist alles wie bei einer ganz normalen Orchesterprobe. Die Noten sind ausgepackt, die Instrumente aufgestellt. Dennoch machen sich bei den Musikern gleichermaßen Nervosität und Vorfreude breit. Und das nicht nur, weil die 38 Musiker zu ihrer ersten gemeinsamen Probe zusammentreffen. Die Musiker sind zwischen 30 und 76 Jahren alt. Die meisten haben gerade erst mit dem Unterricht begonnen.

HERZOGENAURACH – Ein Leben lang hatten sie bedauert, als Kind kein Instrument gelernt zu haben, und nun holen sie bei den Lehrkräften der Stadtjugendkapelle Versäumtes nach. Einige spielen zwar bereits ein Soloinstrument wie Klavier, aber jetzt genießen sie es, mit ihrem Blasinstrument Teil eines Ganzen zu sein. Die Musiker kommen größtenteils aus Herzogenaurach und dem Umland, manche von ihnen machen sich aber auch aus Nürnberg und Fürth auf den Weg nach Herzogenaurach.

Den erwachsenen Musikschülern will Norbert Engelmann, der Leiter der Stadtjugendkapelle und nun auch Leiter der «Seniorenband«, das Musizieren im Orchester ermöglichen. Er will herausfinden, wo die Grenzen des Orchesters sind und diese Grenzen nach Möglichkeit erweitern. Man werde sehen, wohin das führe, sagt Engelmann. Vielleicht nach San Franzisko – in die Mehrzweckhalle.

«Das Orchester ist mir gegenüber stimmlich im Vorteil. Außerdem seid ihr alle mit euren Instrument bewaffnet«, bittet Engelmann die Musiker zunächst um Ruhe und nimmt der Nervosität die Spitze. Er beginnt mit Trockenübungen ohne Instrument. «Bumm« lässt er die Orchestermitglieder sagen und übt mit ihnen, gleichzeitig einzuatmen. Dann klatschen die Musiker auf sein Geheiß. Wenig später lässt er die Musiker nur mit dem Mundstück spielen. Das Tempo sollen sie von der Geschwindigkeit ablesen, mit der er den Taktstock bewegt. Gemeinsam anfangen und aufhören ist nicht einfach. «Am Ende nicht ausfransen«, mahnt Engelmann. Einzelne Instrumentengruppen dürfen nicht zu laut sein. Wie beim Kochen müssen die Zutaten in einem passenden Verhältnis zueinander stehen.

Gemeinsamer Ton

Es dauert nicht lange, da finden sich Klarinetten, Querflöten, Trompeten, Tuba, Euphonium, E-Bass, Schlagzeug, Oboen, Alt- und Tenorsaxofone zu einem gemeinsamen Ton. Das klappe bereits gut, freut sich Engelmann. Das Ausbildungskonzept hat er in Zusammenarbeit mit Instrumentallehrern selbst entwickelt. Mit seinem Orchestermaterial für Bläserklassen arbeitet er auch in der Jugendkapelle. Gerade für den Einstiegsbereich gibt es wenig Material, und Engelmann ist es wichtig, dass die Musiker schnell als Ensemble zusammenspielen können.

«Üben«, gibt er seinen erwachsenen Schülern am Ende der Probe auf den Weg und betont, er wolle in aller Ruhe vorgehen. Das Orchester sei ein Team. Er wolle nicht weiter gehen, bevor nicht Musiker alle den Anschluss gefunden hätten.

Martina Jungk
18.11.2009

Probenpremieren der Bläserklassen und der Seniorband.

Nach wenigen Wochen Proben in Kleingruppen kamen am vergangenen Freitag die Kinder der neu gebildeten Bläserklassen mit denen der Juniorband der Stadtjugendkapelle zur ersten gemeinsamen Orchesterprobe im großen Saal des Vereinsheims zusammen. Erwartungsvoll ließen sich mehr als 30 Kinder von ihrem Leiter erst einmal nach Instrumentenregistern sortieren. Mit Geduld und Humor brachte Clemens Vykydal die aufgeregten Jungmusiker schnell zur Ruhe, so dass die ersten Übungen beginnen konnten. Die Grundlagen des Dirigierens haben die Kinder gleich begriffen, so dass nach ein paar Rhythmik- und Aufwärmübungen die ersten gemeinsam erzeugten Töne zu hören waren. Bei alldem hatten die Schüler sichtlich Spaß am ersten Orchestererlebnis.

Keine zwei Stunden nach der ersten Bläserklassenprobe traf sich die von Norbert Engelmann initiierte Seniorband zur ersten Orchesterprobe. Im Verlauf der letzten Jahre hatten immer mehr Erwachsene bei Engelmann nach Möglichkeiten gefragt, auch mit fortgeschrittenem Alter sich noch einen Kindheitstraum zu erfüllen und ein Instrument zu erlernen. Auch der Wunsch, von einem Soloinstrument kommend nun in einem Orchester spielen zu können oder alte Kenntnisse wieder anzuwenden, motivieren zur Teilnahme. Die große Mehrheit der 38 angemeldeten SeniorInnen aus Herzogenaurach und dem Umland hat jedoch vor fünf Wochen völlig neu angefangen, im Einzelunterricht bei Ausbildern der Stadtjugendkapelle ein Instrument zu erlernen. In einer Altersspanne von 30 bis 76 Jahren wird praktisch das ganze Instrumentenspektrum eines klassischen Blasorchesters abgedeckt. Engelmann sieht die Seniorband als Pilotprojekt, bei dem er die Grenzen des Orchesters finden will, legt aber größten Wert darauf, die einzelnen Musiker nicht zu überfordern, sondern auf einem gemeinsamen Niveau Spaß am Musizieren zu haben. Spielfreude pur war den Gesichtern der Musiker und der fröhlichen Stimmung zu entnehmen. Norbert Engelmann startete mit seinem Senioren auf die gleiche Weise wie zuvor Clemens Vykydal mit seinen Bläserklassen-Kindern. Sogar die gleichen Übungen und Noten wurden dafür heran gezogen. Mit Peter Wolf hat Engelmann aber einen langjährigen Freund und erfahrenen Schlagzeuger engagiert, der dem Orchester mit sicherem Takt einem festen Rückhalt gibt. Es wird interessant sein, zu verfolgen, wie sich die beiden jüngst gegründeten Orchester entwickeln werden, und gewiss darf man sich auf jeweils erste öffentliche Auftritte freuen.

Junior Bläßerwochenende auf Burg Hoheneck

Musikalische Begegnung auf Burg Hoheneck

Text: Wolfgang Niewelt

Zum alljährlichen Junior-Bläserwochenende trafen sich Kinder aus mehreren mittelfränkischen Musikvereinen auf Burg Hoheneck. Neben intensiven Proben schweißte ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm die Jungmusiker zu einer Einheit zusammen, was sie in einem beachtenswerten Abschlusskonzert bewiesen.

Der Einladung des Nordbayerischen Musikbundes zur Junior-Bläserwoche auf Burg Hoheneck bei Ipsheim folgten heuer 68 Kinder. Während Blasmusik-Orchester – wie zum Beispiel die Stadtjugendkapelle Herzogenaurach – an Pfingsten Konzerte gaben, traf sich der musikalische Nachwuchs wie in den vergangenen Jahren zu dieser Jugendfreizeit. Diesmal führte Andrea Schockel die Jungen und Mädchen im Alter von 10 bis 15 Jahren aus mehreren Musikvereinen Mittelfrankens zusammen. So trafen sich Kinder aus Aurachtal, Eckental, Eltersdorf, Herzogenaurach, Nürnberg, Rednitzhembach, Velden und anderen Vereinen.

Andrea Schockel leitet derzeit das Schülerorchester der Stadtjugendkapelle Herzogenaurach und ist stellvertretende Bezirksdirigentin des Nordbayerischen Musikbundes für Mittelfranken.

Um die große Schar der jungen Musikerinnen und Musiker individuell zu betreuen, hatte Andrea Schockel weitere professionelle Ausbilder engagiert: Alexandra Maier führte das Klarinetten-Register, Stefan Böck die Flöten, Andreas Bolleininger probte mit den Trompetern, Ingo Kürten betreute das Tiefe Blech, Hornisten und Saxofonspieler waren bei Charly Hopp bestens aufgehoben, und Wolfgang Schniske führte das Schlagzeug-Register.

Damit neben den intensiven Musikproben auch das Freizeitvergnügen nicht zu kurz kam, stellten Svenja Britting und Lisa Bauer ein pädagogisches Rahmenprogramm auf die Beine, das bei allen Kindern bestens ankam: So waren im Rahmen einer Würfelrallye Wissens- und Scherzfragen zu beantworten, knifflige Aufgaben zu lösen und Geschicklichkeitsspiele zu bestehen. Wissen Sie beispielsweise, was in der Mitte von Rom steht? Auflösung siehe unten.

Dieser gelungene Mix aus Musizieren und Freizeitvergnügen motivierte alle Kinder zu höchsten Leistungen und bewirkte, dass sich aus der bunt zusammen gewürfelten Gruppe in kürzester Zeit eine harmonische Einheit bildete. Aber auch die Dozenten sammelten beim Üben und Experimentieren mit den Kindern neue Erfahrungen.

Pure Spielfreude war bei einem fulminanten Abschlusskonzert im Rittersaal der Burg Hoheneck zu hören. Hier wurden schließlich die einzelnen Instrumentenregister zu einem Orchester vereinigt. Andrea Schockel hatte die Musikstücke auch unter pädagogischen Gesichtspunkten ausgewählt: Andreas Bolleininger dirigierte zuerst die sehr anspruchsvollen und abwechslungsreichen „Vier Elemente des Lebens“ von Alois Wimmer. Beim „Soul Bossa Nova“ unter Ingo Kürten blieb kaum ein Bein still, und Andrea Schockel ließ das Publikum das James-Bond-Thema erraten. Ihre Zugabe, eine Blasmusik-Version von „Smoke on the Water“ hätte Ritchie Blackmore und seinen Deep Purple sicherlich auch gefallen.

Beim Abschied war sich jedes Kind gewiss: „Nächstes Jahr bin ich wieder dabei!“
(Auflösung des o.g. Rätsels: das „o“)

Bild 1 (von Dr. Georg Krieger): Abschlusskonzert im Rittersaal auf Burg Hoheneck

Bild 2 (von Ingo Kürten): Nach harten Proben ist Party angesagt.